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Glutenfrei leben: Humarah
Gepostet am: 29-05-2026 13:26
Für Humarah (47) aus Groningen (Niederlande) war Essen viele Jahre etwas Selbstverständliches. Pasta, Brot, Nudeln, Croissants – all das gehörte einfach dazu. Bis ihr Körper immer deutlichere Signale sendete, dass etwas nicht stimmte.
„Irgendwann beginnt man, Muster zu erkennen. Dann denkt man: Das kann kein Zufall mehr sein.“
Seit über zehn Jahren lebt Humarah größtenteils glutenfrei. Nicht, weil sie sofort eine offizielle Diagnose erhalten hat, sondern weil sie selbst herausfand, welchen Einfluss Gluten auf ihren Körper hat. Was mit unspezifischen Beschwerden und einem aufgeblähten Bauch begann, entwickelte sich nach und nach zu einer völlig neuen Art zu essen und zu leben.
Von Bauchbeschwerden zur Erkenntnis
Die ersten Beschwerden begannen schleichend. Vor allem nach dem Verzehr von Nudeln, Pasta oder anderen weizenhaltigen Produkten litt Humarah unter Bauchschmerzen, einem aufgeblähten Bauch und Müdigkeit.
„Bei Nudelsuppe bekam ich manchmal noch am selben Tag Bauchschmerzen. Dieses Wasser mit den Nudeln darin … darauf hat mein Körper wirklich sofort reagiert.“
Trotzdem dauerte es lange, bis sie den Zusammenhang mit Gluten erkannte. In ihrer Familie gab es keine Glutenunverträglichkeit und niemand beschäftigte sich mit dem Thema.
„Am Anfang dachte ich, es läge an Cola, an der Kohlensäure. Oder daran, dass ich einfach ein bisschen abnehmen müsste.“
Besonders belastend war für Humarah ihr aufgeblähter Bauch. Sie bekam regelmäßig Kommentare aus ihrem Umfeld.
Da niemand in ihrem Umfeld Erfahrung mit glutenfreier Ernährung hatte, musste sie alles selbst herausfinden. Je mehr sie auf ihre Ernährung achtete, desto deutlicher erkannte sie ein Muster.
„Wenn ich Gluten vermied, verschwanden die Beschwerden größtenteils. Da wusste ich eigentlich schon genug.“
Schritt für Schritt auf glutenfrei umstellen
Die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung erfolgte nach und nach. Besonders das Lesen von Zutatenlisten fiel ihr anfangs schwer.
„Plötzlich muss man auf alles achten. Wo steckt Weizen drin? Was enthält Gluten? Früher wusste ich das überhaupt nicht.“
Zum Glück erhielt sie viel Unterstützung zu Hause. Ihr Partner, der Erfahrung mit verschiedenen Küchen hat, begann gemeinsam mit ihr nach Alternativen zu suchen.
„Wir haben zum Beispiel Roti mit Kichererbsenmehl statt mit Weizenmehl gemacht. So haben wir immer mehr Produkte entdeckt, die ich gut vertragen habe.“
Vor allem Gerichte aus der südasiatischen Küche passten überraschend gut zu ihrem glutenfreien Lebensstil. Snacks aus Kichererbsenmehl und Gerichte mit Linsen wurden schnell zu festen Favoriten.
„Viele Menschen wissen gar nicht, dass solche Produkte von Natur aus glutenfrei sein können.“
Ein glutenfreies Leben erfordert Planung
Inzwischen weiß Humarah genau, wo sie in Groningen glutenfreie Produkte kaufen kann. Trotzdem bleibt Planung wichtig – besonders, wenn sie außer Haus essen geht.
„Wenn ich irgendwo hingehe, schaue ich vorher nach, wo ich glutenfrei zu Mittag essen kann.“
Während glutenfreies Essen früher oft schwierig war, bemerkt sie heute deutlich mehr Aufmerksamkeit für das Thema.
„In Restaurants, bei Veranstaltungen und sogar im Rathaus sehe ich inzwischen häufiger separate glutenfreie Brötchen oder vegane Optionen. Vor einigen Jahren war das noch ganz anders.“
Trotzdem bleibt es manchmal kompliziert.
„Man kann nicht einfach alles essen wie andere. Das bleibt manchmal schwierig.“
Endlich wieder unbeschwert genießen
Einer der Momente, in denen Humarah sich wirklich entspannen konnte, war auf einem glutenfreien Markt, auf dem auch Bäckerei Leo vertreten war.
„Das war so schön. Man musste auf nichts mehr achten und keine Zutatenlisten lesen. Man konnte einfach auswählen, worauf man Lust hatte.“
Besonders die glutenfreien Croissants hinterließen Eindruck.
„Ein gutes Croissant habe ich wirklich vermisst. Die von Bäckerei Leo fand ich fantastisch.“
Auch die Atmosphäre auf dem Markt tat ihr gut.
Humarah war dort gemeinsam mit einer Freundin, die ebenfalls glutenfrei essen muss.
„Niemand wurde ausgeschlossen. Dieses Gefühl war einfach sehr angenehm.“
Sie deckte sich direkt mit zahlreichen Produkten ein und teilte begeistert Fotos und Erfahrungen mit Freunden und Familie.
„Ich bin wirklich eine begeisterte Kundin geworden.“
Was viele Menschen unterschätzen
Laut Humarah ist vielen Menschen nicht bewusst, wie viele Produkte Gluten enthalten.
„Am Anfang weiß man einfach nicht, wo überall Gluten drinsteckt.“
Deshalb findet sie es wichtig, sich gut zu informieren, wenn man mit einer glutenfreien Ernährung beginnt.
„Informiert euch. Schaut nach, welche Produkte Gluten enthalten und welche guten Alternativen es gibt. Das macht vieles einfacher.“
Außerdem möchte sie anderen vor allem mitgeben, dass sie sich nicht schämen müssen.
„Steht für euch selbst ein und sagt einfach, dass ihr glutenfrei esst. Daran ist nichts Besonderes.“
Mehr Verständnis und Wiedererkennung
Was Humarah vielleicht am meisten schätzt, ist das Gefühl, heute nicht mehr allein zu sein.
„Es ist schön, die Geschichten anderer zu hören und sich darin wiederzufinden.“
Weil sie selbst jahrelang nach Antworten suchen musste, hofft sie, dass ihre Geschichte anderen hilft, Zusammenhänge schneller zu erkennen.
„Vielleicht gibt es noch mehr Menschen mit Beschwerden, die noch nicht wissen, woher sie kommen.“
Glutenfrei leben muss nicht perfekt sein
Für Humarah bedeutet glutenfrei leben vor allem Balance, Bewusstsein und auf den eigenen Körper zu hören.
„Man muss nicht alles perfekt machen. Aber wenn man einmal weiß, was für einen selbst funktioniert, bringt das so viel Ruhe.“
Und manchmal steckt das Glück gerade in den kleinen Dingen.
„Einfach wieder unbeschwert ein leckeres Croissant genießen können.“
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