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Glutenfrei leben: Anna
Gepostet am: 14-08-2026 09:34
Für Anna (21) aus Cloppenburg im Norden Deutschlands war Essen lange Zeit etwas, über das sie sich kaum Gedanken machen musste. Sie konnte einfach essen, was zu Hause auf den Tisch kam, oder sich unterwegs schnell etwas holen. Doch dann bekam sie immer häufiger Bauchschmerzen und fand schließlich heraus, dass ihr Körper verschiedene Lebensmittel nicht verträgt. Seit über einem Jahr ernährt sie sich nun anders und muss unter anderem auf Weizen, Milch und Soja achten.
„Eigentlich ist mein Leben ganz normal, aber manchmal ist es auch unglaublich chaotisch.“
Denn während andere nur überlegen müssen, worauf sie Appetit haben, muss Anna bei fast jeder Mahlzeit prüfen: Darf ich das überhaupt essen?
Von Bauchschmerzen zur Gewissheit
Die ersten Beschwerden begannen im Sommer 2024 und wurden im Herbst immer schlimmer. Nach dem Essen hatte Anna regelmäßig Bauchschmerzen und fühlte sich unwohl. Zunächst vermutete sie selbst, dass vielleicht Laktose die Ursache sein könnte.
Sie probierte laktosefreie Produkte, doch die Beschwerden blieben. Schließlich entschied sie sich für weitere Untersuchungen. Eine Magenspiegelung ergab keine Auffälligkeiten und auch andere Untersuchungen lieferten zunächst keine Erklärung. Erst eine Blutuntersuchung auf verschiedene Allergien brachte mehr Klarheit.
Es stellte sich heraus, dass Anna unter anderem Weizen und Milch nicht verträgt. Von ihren Allergien gegen Soja und Nüsse wusste sie bereits. Zöliakie hat sie glücklicherweise nicht.
Das Ergebnis bedeutete dennoch, dass sie ihre Ernährung von einem Moment auf den anderen stark umstellen musste.
„Ich wurde eigentlich einfach nach Hause geschickt und wusste nicht so recht, wie ich das alles angehen sollte.“
Glutenfrei ist nicht immer weizenfrei
Vor allem am Anfang war das Einkaufen überwältigend. Produkte, über die Anna früher nie nachgedacht hatte, musste sie plötzlich ganz genau kontrollieren. In einem normalen Supermarkt hatte sie manchmal das Gefühl, dass wirklich überall Weizen enthalten war. Nicht nur in Brot und Nudeln, sondern auch in Produkten, bei denen sie es überhaupt nicht erwartet hätte.
Schon bald stellte sie außerdem fest, dass die Kennzeichnung „glutenfrei“ nicht automatisch bedeutet, dass ein Produkt auch weizenfrei ist. Einige glutenfreie Produkte enthalten glutenfreie Weizenstärke. Die Glutenbestandteile wurden daraus weitgehend entfernt, doch die Zutat wird weiterhin aus Weizen gewonnen und ist deshalb für Anna nicht geeignet.
Hinzu kommen ihre anderen Allergien. Auch Soja und Milch muss sie meiden. Ein Produkt mit einer großen „glutenfrei“-Kennzeichnung kann für sie deshalb aufgrund von Weizenstärke, Soja oder Milch in der Zutatenliste trotzdem ungeeignet sein.
„Eigentlich muss man bei jedem Produkt die Zutatenliste lesen, weil man sich nie ganz sicher sein kann.“
Ein ganzes Brotregal fiel plötzlich weg und auch viele Produkte aus dem Kühlregal konnte sie nicht mehr nehmen. Gleichzeitig lernte sie immer mehr dazu. Über soziale Medien und die glutenfreie Community entdeckte sie neue Produkte, Rezepte und Geschäfte. Jede neue Entdeckung konnte plötzlich zu einem kleinen Glücksmoment werden.
Jede Mahlzeit erfordert Planung
Auch außerhalb des Supermarkts änderte sich vieles. Sich unterwegs spontan etwas zu holen, ist für Anna nicht mehr selbstverständlich.
„Wenn ich nicht zu Hause esse, muss ich eigentlich immer vorher nachsehen, was es dort zu essen gibt und ob etwas für mich dabei ist.“
Selbst wenn etwas glutenfrei ist, muss sie prüfen, ob beispielsweise Soja oder Milch enthalten ist.
Auch wenn andere für sie kochen, bleibt diese Unsicherheit bestehen. Die Menschen meinen es gut, wenn sie sagen, dass etwas glutenfrei ist, aber Anna möchte die Verpackung am liebsten selbst sehen. Schon kleine Mengen können nämlich dazu führen, dass es ihr sehr schlecht geht.
Deshalb hat sie gelernt, für sich selbst einzustehen.
„Man muss wirklich genau hinsehen: Darf ich das tatsächlich essen? Haben die anderen vielleicht etwas übersehen?“
Auswärts essen zu gehen bleibt dadurch spannend. Anna erklärt immer, worauf sie achten muss, aber vollständige Sicherheit gibt es nicht immer.
Zu Hause ist es inzwischen ganz normal
Zum Glück hat sich innerhalb eines Jahres viel verändert. Was sich anfangs kompliziert und überwältigend anfühlte, ist zu Hause inzwischen Teil des Alltags geworden.
Ihre Familie nimmt Rücksicht auf sie. Wenn es zum Beispiel Nudeln gibt, werden zwei verschiedene Sorten gekocht. Ihre eigenen Produkte werden zu Hause sogar mit einem „A“ für Anna gekennzeichnet, damit alle wissen, welche Produkte für sie bestimmt sind.
Anna kocht und backt inzwischen auch viel häufiger selbst. Früher hat sie das kaum gemacht.
Außerdem merkt sie, dass sie selbstbewusster geworden ist. Während sie anfangs vielleicht aus Höflichkeit etwas angenommen hätte, sagt sie heute deutlich, dass sie etwas nicht essen kann.
Die Umstellung war groß und es gab Momente, in denen sie sich ausgeschlossen fühlte. Mittlerweile hat sie ihren eigenen Weg gefunden.
Eigenes Essen zu einer Feier oder einer anderen Veranstaltung mitzunehmen, fühlte sich zunächst seltsam an. Heute ist es für sie ganz normal.
Die Herausforderung mehrerer Allergien
Eines bleibt jedoch schwierig: Ein glutenfreies Produkt ist für Anna längst nicht immer geeignet.
„Ich bin nicht nur gegen Weizen allergisch, sondern auch gegen Soja und Milch. Und in sehr vielen glutenfreien Produkten steckt gerade Sojamehl.“
Dadurch fällt ein Teil des glutenfreien Sortiments für sie trotzdem weg.
Das kann frustrierend sein. Man sieht ein Produkt und denkt zunächst, dass man es endlich essen kann, nur um dann in der Zutatenliste doch Soja zu entdecken.
Außerdem findet Anna, dass „glutenfrei“ nicht automatisch bedeutet, dass ein Produkt auch eine bewusste oder nährstoffreiche Wahl ist.
„Viele glutenfreie Produkte enthalten einfach kein Gluten, sind dadurch aber nicht automatisch gesund.“
Spontan eine Pizza oder ein Fischbrötchen? Das bleibt schwierig
Was Anna besonders vermisst, sind die spontanen Momente rund ums Essen.
Eine Pizza im Restaurant zu essen ist zwar möglich, doch in ihrer ländlichen Umgebung ist das Angebot begrenzt. Für ein Restaurant mit guten glutenfreien Optionen muss sie häufig weiter fahren.
Auch frische Brezeln vermisst sie. Und als echte Norddeutsche steht noch etwas ganz oben auf ihrer Wunschliste: ein frisches Fischbrötchen.
Auf Festen und Veranstaltungen gibt es regelmäßig einen Stand, an dem ihre Familie ein Fischbrötchen kaufen kann. Glutenfreie Brötchen sind dort jedoch meistens nicht erhältlich.
Genau in solchen Momenten merkt sie, dass Essen für sie nicht mehr immer selbstverständlich ist.
Trotzdem bleibt sie positiv: Für immer mehr Produkte findet sie schließlich eine gute Alternative.
Immer mehr Verständnis für glutenfreie Ernährung
Anna merkt auch, dass glutenfreie Ernährung in Deutschland langsam bekannter wird. Vor allem zwischen Stadt und Land sieht sie einen Unterschied.
In einer größeren Stadt wie Hamburg konnte sie zum Beispiel relativ einfach eine glutenfreie Pizza finden. In ihrem eigenen kleinen Wohnort wissen manche Menschen kaum, was glutenfreie Ernährung genau bedeutet.
Auch zwischen den Generationen bemerkt sie einen Unterschied. Ihre Mutter wusste früher beispielsweise nur wenig darüber und hat gemeinsam mit Anna viel gelernt. Jüngere Menschen scheinen ihrer Erfahrung nach häufiger schon mit dem Thema vertraut zu sein.
So bat ihre Cousine sie vor Kurzem sogar um Tipps, als sie für eine Freundin glutenfrei backen wollte.
„Es wird auf jeden Fall besser. Vor allem jüngere Menschen wissen viel darüber und versuchen auch, darauf Rücksicht zu nehmen.“
Bei Bäckerei Leo ist glutenfrei auch vollständig weizenfrei
Anna entdeckte Bäckerei Leo über Instagram. Als sie sich die Website ansah, fiel ihr vor allem auf, wie viele Produkte erhältlich sind, die zu ihrer Ernährung passen.
Für Anna ist es eine große Erleichterung, dass alle Produkte von Bäckerei Leo nicht nur glutenfrei, sondern auch vollständig weizenfrei sind. Es wird also auch keine glutenfreie Weizenstärke verwendet. Dadurch muss sie bei Bäckerei Leo nicht immer wieder prüfen, ob ein glutenfreies Produkt vielleicht doch Weizen enthält.
Aufgrund ihrer Allergien gegen Milch und Soja kann sie zwar weiterhin nicht automatisch jedes Produkt wählen, doch das vollständig weizenfreie Sortiment nimmt ihr eine wichtige Sorge ab. Mit den Filtern im Onlineshop kann sie außerdem leichter erkennen, welche Produkte auch bei ihren anderen Allergien geeignet sind.
Dass das Brot frisch gebacken und anschließend verschickt wird, ist für sie ebenfalls ein großer Vorteil. Zuvor musste sie selbst backen, wenn sie wirklich frisches und vollständig weizenfreies Brot wollte, oder auf abgepackte Alternativen aus dem Supermarkt zurückgreifen.
Anna backt noch immer gerne selbst Brot, doch das kostet viel Zeit. Gerade neben ihrem Studium ist es angenehm, geeignetes Brot im Gefrierschrank zu haben, das sie schnell nehmen kann, wenn sie unerwartet irgendwohin muss.
Kurz auftauen, toasten oder aufbacken – und schon kann es losgehen.
Für Anna bedeutet das vor allem etwas, das seit ihren Allergien weniger selbstverständlich geworden ist: Spontaneität.
„Es gibt mir ein Stück Spontaneität zurück. Ich muss nicht immer so viel darüber nachdenken, was ich essen werde.“
Tigerbrot und Croissants als Favoriten
Inzwischen bestellt Anna regelmäßig bei Bäckerei Leo und probiert gerne neue Produkte aus.
Ihre Favoriten? Die Croissants dürfen auf keinen Fall fehlen. Außerdem sind die Tigerbrötchen und das weiße Tigerbrot zu echten Lieblingsprodukten geworden.
Gerade solche Produkte sind für Anna wichtig. Dinge, von denen man nach einer so großen Veränderung zunächst vielleicht denkt, dass man sie nie wieder essen kann, werden manchmal doch wieder möglich.
„Es wird wirklich leichter“
Genau das möchte Anna auch jemandem mitgeben, der gerade erst beginnt, sich glutenfrei zu ernähren.
Am Anfang kann es sich so anfühlen, als dürfte man vor allem sehr vieles nicht mehr essen. Doch ihrer Erfahrung nach entdeckt man immer wieder Produkte und Rezepte, die doch möglich sind.
„Es wird wirklich besser, je länger man es macht. Man findet immer wieder neue Dinge, die man doch essen kann.“
Ihre neue Ernährungsweise hat außerdem dazu geführt, dass sie viel bewusster darauf achtet, was sie isst. Sie kocht und backt häufiger selbst und stellt fest, dass es für viele Produkte letztendlich doch eine Alternative gibt.
Ihr wichtigster Rat lautet deshalb, nicht gleich den Mut zu verlieren.
Produkte, von denen man zunächst denkt, dass man sie nie wieder essen kann, können später plötzlich in einer anderen Form zurückkehren. Und manchmal macht gerade etwas so Einfaches wie ein gutes glutenfreies Croissant einen großen Unterschied.
„Es braucht einfach etwas Zeit. Man findet immer wieder neue Dinge, über die man sich unglaublich freut.“
Und mindestens genauso wichtig: Trau dich, für dich selbst einzustehen. Iss nicht aus Höflichkeit etwas, wenn du nicht sicher weißt, ob es für dich geeignet ist. Stell Fragen und erkläre anderen, warum das für dich wichtig ist.
Normal, mit ein bisschen Chaos
Wenn Anna ihr heutiges Leben in einem Satz beschreiben soll, fasst sie es ganz einfach zusammen:
„Eigentlich ist alles ganz normal, aber manchmal ist es auch unglaublich chaotisch.“
Denn letztlich isst sie wie jeder andere auch. Nur die Zutaten sind manchmal anders. Und wenn die sicheren Alternativen einmal fehlen, beginnt die Suche und Planung von Neuem.
Nach über einem Jahr findet sich Anna immer besser zurecht. Was sich zunächst wie eine enorme Umstellung anfühlte, ist zunehmend Teil ihres Alltags geworden.
Ihre Botschaft an Bäckerei Leo und andere Menschen, die sich glutenfrei ernähren, bildet einen schönen Abschluss:
„Ich glaube, ihr helft damit sehr vielen Menschen. Für viele ist das wirklich eine enorme Erleichterung.“
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