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Glutenfrei leben: Marjan
Gepostet am: 03-09-2026 16:25
Nach 35 Jahren glutenfreier Ernährung weiß ich inzwischen genau, was ich essen kann und worauf ich achten muss
Ein glutenfreies Leben sieht heute ganz anders aus als vor 35 Jahren. Das weiß Marjan (66) wie kaum eine andere. Als sie im Alter von 31 Jahren die Diagnose Zöliakie erhielt, waren glutenfreie Produkte kaum zu finden. Sie musste selbst herausfinden, was sie essen konnte und was besser nicht. Inzwischen gehört die glutenfreie Ernährung ganz selbstverständlich zu ihrem Alltag. Und auch wenn sie weiterhin aufmerksam sein muss, blickt sie vor allem positiv auf die enormen Entwicklungen der vergangenen Jahre.
Von Bauchschmerzen zu einer unerwarteten Diagnose
Marjan hatte eigentlich schon seit ihrer Kindheit mit Bauchschmerzen zu kämpfen. Damals wurde damit jedoch ganz anders umgegangen. Bauchschmerzen wurden schnell als Stress oder etwas abgetan, das bei Kindern einfach dazugehört. Brot mochte sie als Kind überhaupt nicht und Makkaroni waren für sie wie Gift, weil sie davon so krank wurde.
Erst viele Jahre später wurde klar, woher ihre Beschwerden kamen. 1991 wurde Marjan während eines Urlaubs in Frankreich zunehmend kränker. Sie nahm schnell ab und bekam starke Magen-Darm-Beschwerden. Ein Besuch beim Hausarzt führte schließlich zu verschiedenen Untersuchungen im Krankenhaus.
„Ich habe furchtbar abgenommen. Irgendwann waren es wirklich zwei, drei Kilo pro Woche. Da dachte ich selbst auch: Das kann nicht gut sein.“
Die Ärzte stellten schließlich fest, dass ihr Dünndarm stark geschädigt war. Die Diagnose Zöliakie war einerseits eine Erleichterung, bedeutete gleichzeitig aber auch eine völlig neue Lebensweise.
„Dann dürfen Sie das für den Rest Ihres Lebens machen“
Damals war glutenfreie Ernährung noch lange nicht so bekannt wie heute. Der Internist riet Marjan, sechs Wochen lang glutenfrei zu essen. Schon bald zeigte sich eine deutliche Wirkung.
„Nach diesen sechs Wochen ging es mir schon etwas besser. Dann sagte er: Das ist schön, dann dürfen Sie das für den Rest Ihres Lebens machen.“
Das war ein besonderer Moment. Durch die Schädigung der Darmwand hatten Marjan und die Ärzte zunächst sogar etwas viel Ernsteres befürchtet. Als schließlich die Diagnose Zöliakie feststand, verspürte Marjan deshalb vor allem Erleichterung.
Doch damit begann gleichzeitig eine ganz neue Suche. Denn was durfte sie eigentlich essen? Und vor allem: Was davon schmeckte ihr noch?
Eine Suche mit Höhen und Tiefen
Am Anfang war glutenfreies Essen alles andere als ein Vergnügen.
„Ich musste mein Brot selbst backen. Und na ja, das war wirklich nicht lecker. Dann hat der Bäcker es für mich gemacht. Das war eigentlich noch weniger lecker.“
Eine Zeit lang ernährte sie sich deshalb hauptsächlich von Crackern, Reiswaffeln und Joghurt mit Obst. Zum Glück kamen im Laufe der Jahre immer mehr glutenfreie Produkte auf den Markt. Und diesen Unterschied merkt Marjan deutlich.
„Heutzutage kann man auch einfach auswärts essen und Mittagessen gehen. Das ist wirklich schön.“
Während sie früher vor allem nach etwas suchen musste, das sie überhaupt essen konnte, kann sie heute viel leichter auswählen. Von Brot und Keksen bis hin zu Produkten für besondere Feiertage.
Vom Brot, das sie nicht mochte, zu ihrem Lieblingsbrot
Eine der größten Veränderungen ist vielleicht, dass Marjan Brot heute richtig gerne isst.
„Ich finde Brot einfach wirklich lecker. Die Struktur und alles.“
Bei Bakker Leo hat sie inzwischen ihre festen Favoriten. Das Mehrsaatenbrot, das dunkles Mehrkorn-Vitalbrot und die Rosinenbrötchen gehören regelmäßig zu ihrer Bestellung. Auch die Baguette Brötchen dürfen während eines Urlaubs nicht fehlen. Ihr absoluter Favorit?
„Die Mehrsaatenbrötchen. Die finde ich einfach wirklich lecker.“
Auch auf süße Leckereien möchte Marjan nicht verzichten. Ein glutenfreies Stück Kuchen zum Kaffee, ein Stück Fudge oder die Spekulatius Kekse von Bakker Leo gehören zu ihren Favoriten. Die Cranberry Kürbiskern Cookies bestellt Marjan für ihre (Enkel-)Kinder. Sie müssen sich zwar nicht glutenfrei ernähren, genießen die Cookies aber heimlich trotzdem.
Dass sie inzwischen auch rund um Nikolaus und Weihnachten mit passenden glutenfreien Produkten ganz selbstverständlich mitmachen kann, findet sie eine schöne Entwicklung.
„Man kann einfach mitmachen. Das ist wirklich großartig.“
Ein glutenfreies Leben erfordert Aufmerksamkeit
Nach 35 Jahren weiß Marjan genau, worauf sie achten muss. Trotzdem bleibt es wichtig, aufmerksam zu sein. Vor allem das Thema Kreuzkontamination wird ihrer Meinung nach von Menschen, die selbst keine Erfahrung mit Zöliakie haben, leicht unterschätzt.
„Man muss wirklich sehr genau aufpassen, und das Wissen viele Menschen gar nicht.“
Ein Messer, das zuvor in einem normalen Buttertopf war, Krümel auf einem Brett oder dasselbe Küchenutensil können bereits Probleme verursachen. Zu Hause ist das für sie selbstverständlich, aber unterwegs bleibt es manchmal eine Herausforderung.
Auch beim Essen in Restaurants ist Marjan deshalb immer aufmerksam. Sie weist im Voraus deutlich darauf hin, dass sie glutenfrei essen muss, merkt aber, dass dies nicht überall gleichermaßen selbstverständlich ist.
„Manchmal klappt es wirklich perfekt und ich merke überhaupt nichts. Aber ich habe auch schon einmal zu Hause zu meinem Mann gesagt: Ich glaube, ich habe doch Gluten abbekommen.“
Nach einer negativen Erfahrung entscheidet sie sich deshalb bewusst dafür, dort nicht noch einmal zu essen.
„Man hat einfach keine Lust, am nächsten Tag wieder völlig erledigt zu sein.“
Zum Glück denken immer mehr Menschen mit
Gleichzeitig erlebt Marjan auch viel Verständnis in ihrem Umfeld. Familie, Freunde und Kollegen nehmen Rücksicht auf sie und informieren sich immer häufiger darüber, was möglich ist und was nicht. Solche kleinen Gesten bedeuten ihr unglaublich viel.
„Ich finde es immer sehr lieb, wenn sie wirklich an einen denken.“
Auch in der Schule merkt sie das. Marjan arbeitet noch gelegentlich im Bildungsbereich und hat inzwischen viel Erfahrung mit Kindern, die sich glutenfrei ernähren müssen. Wenn sich ein Kind mit Zöliakie in ihrem Umfeld befindet, versucht sie, aus ihrer eigenen Erfahrung heraus mitzuhelfen.
Bei Geburtstagsfeiern und anderen Anlässen werden deshalb immer häufiger glutenfreie Alternativen organisiert. Und manchmal entstehen daraus überraschende Momente. So bekam Marjan vor Kurzem ein glutenfreies Cornetto angeboten, etwas, das sie seit Jahrzehnten nicht mehr gegessen hatte.
„Ich habe ein Cornetto, das ich 30 oder 35 Jahre lang nicht mehr gegessen hatte, unglaublich genossen.“
Ein weiteres schönes Beispiel ist die glutenfreie Feier, die Marjan gemeinsam mit einer Schülerin organisierte. Beide haben Zöliakie und ihre Geburtstage liegen nur zwei Tage auseinander. Statt sich bei Geburtstagen und kleinen Leckereien immer ein wenig ausgeschlossen zu fühlen, beschlossen sie, gemeinsam eine „glutenfreie Feier“ für die ganze Klasse zu organisieren.
„Ich habe noch nie ein Kind so strahlen sehen.“
Gerade solche Momente zeigen, wie viel sich für sie verändert hat.
Was viele Menschen unterschätzen
Laut Marjan ist vielen Menschen gar nicht bewusst, wie sehr eine glutenfreie Ernährung den Alltag beeinflusst und wie viel Aufmerksamkeit damit verbunden ist. Gleichzeitig möchte sie nicht nur die negativen Seiten sehen. Gerade weil heute so viele glutenfreie Produkte erhältlich sind, versucht sie vor allem, sich auf das zu konzentrieren, was möglich ist.
„Ich bin froh, dass es heutzutage so viele Produkte gibt. Also sollte man es einfach positiv sehen.“
Diese positive Einstellung passt gut dazu, wie Marjan mit ihrem glutenfreien Leben umgeht. Sie fühlt sich durch ihre Ernährung nicht eingeschränkt und versucht vor allem, die Möglichkeiten zu sehen.
Doch die Auswirkungen der Zöliakie gehen laut Marjan über den Alltag hinaus. Als sie damals diagnostiziert wurde, war noch viel weniger über Zöliakie bekannt und nicht alle Zusammenhänge wurden sofort erkannt. Inzwischen weiß sie, dass die Zöliakie ihren Körper über lange Zeit beeinflusst hat. So stellte sich heraus, dass sie an einer schweren Form von Osteoporose leidet, die dadurch entstanden ist, dass ihre Zöliakie lange Zeit unbehandelt blieb.
Deshalb betont Marjan, wie wichtig es ist, auch darauf zu achten. „Ich sage den Menschen immer: Behalten Sie auch das im Auge.“ Für sie ist das eine wichtige Erkenntnis aus ihrer eigenen Erfahrung: „Hören Sie auf Ihren Körper und sorgen Sie dafür, dass Beschwerden und mögliche Folgen der Zöliakie ernst genommen und gut abgeklärt werden.“
Ihr wichtigster Tipp: Bleiben Sie aufmerksam
Für jemanden, der gerade mit der glutenfreien Ernährung beginnt, hat Marjan einen klaren Rat: Informieren Sie sich und lesen Sie weiterhin die Zutatenlisten.
„Lesen Sie sehr viel. Dadurch wird man wirklich immer schlauer.“
Sie selbst wurde direkt Mitglied bei der niederländischen Zöliakie-Vereinigung, wo sie viele Informationen, Tipps und Rezepte fand. Auch heute findet sie es wichtig, die Zutatenlisten regelmäßig zu kontrollieren.
„Lesen Sie die Zutatenlisten immer wieder, denn die Zutaten können sich durchaus ändern.“
Ein Produkt, das jahrelang sicher war, kann beispielsweise seine Zusammensetzung verändern. Deshalb verlässt sich Marjan nicht nur auf ihr Gedächtnis, sondern schaut regelmäßig erneut auf die Verpackung.
Bakker Leo als feste Größe
Jedes Jahr stellen wir während der Nationalen Frühstückswoche glutenfreies Brot für Schulen bereit, damit alle gemeinsam am Frühstück teilnehmen können. So lernte Marjan Bakker Leo kennen, und seitdem ist die Bäckerei Teil ihres Alltags geworden.
Sie bestellt ihre Lieblingsprodukte und bewahrt sie in ihrem Gefrierschrank auf. Wenn ihr Brot fast aufgebraucht ist, gibt sie eine neue Bestellung auf. Dass sie bequem bestellen und selbst einen Liefertag auswählen kann, findet sie sehr angenehm.
„Es ist einfach großartig. Ich finde es wirklich super.“
Vor allem der Unterschied in Struktur und Geschmack im Vergleich zu vielen Supermarktprodukten gefällt ihr.
„Bei Bakker Leo schmeckt es wirklich wie Bäckerbrot und nicht wie Brot aus einer Fabrik.“
Und genau davon ist Marjan eindeutig begeistert.
„Ich bin wirklich ein Fan und mache auch oft Werbung für euch.“
Ein glutenfreies Leben, das sich immer normaler anfühlt
Nach 35 Jahren glutenfreier Ernährung ist sie für Marjan zu einem selbstverständlichen Teil ihres Lebens geworden. Besonders beeindruckend findet sie jedoch die Entwicklung der vergangenen 35 Jahre.
„Vor 35 Jahren hätte man sich nicht vorstellen können, dass es einmal all das geben würde.“
Früher waren die Möglichkeiten deutlich eingeschränkter. Damit konnte sie meistens gut umgehen. Wenn es etwas nicht gab oder sie an etwas nicht teilnehmen konnte, dachte sie: „Ich bin erwachsen, es ist in Ordnung, dann eben nicht.“
Heute sieht sie das allerdings ganz anders. Besonders für Kinder, die mit Zöliakie aufwachsen, findet sie es schön, dass es so viele Möglichkeiten gibt.
Denn gerade als Kind kann es schwierig sein, anders zu sein oder auf etwas verzichten zu müssen. Dass es heute glutenfreie Kekse, Brötchen, Leckereien und andere Produkte gibt, macht laut Marjan einen großen Unterschied.
„Wenn man sieht, was heute alles möglich ist, dann denke ich: Dafür dürfen wir wirklich dankbar sein.“
Heute gibt es deutlich mehr Produkte, Restaurants sind besser informiert und auch unterwegs gibt es immer mehr Möglichkeiten.
Früher war das ganz anders. Marjan hat beispielsweise einmal in einem Restaurant nach „glutenfrei“ gefragt, und der Kellner dachte, sie meine „gemüsefrei“. Ein schönes Beispiel dafür, wie viel sich in den vergangenen 35 Jahren verändert hat.
Ihre Botschaft an andere Menschen, die glutenfrei essen
Wenn Marjan anderen Menschen, die sich glutenfrei ernähren müssen, eine Botschaft mitgeben könnte, wäre sie kurz und klar:
„Bleiben Sie aufmerksam.“
Aufmerksam zu sein bedeutet für sie jedoch nicht, dass man sein Leben einschränken muss. Dank all der Produkte und Möglichkeiten, die es heute gibt, fühlt sich ihr glutenfreies Leben inzwischen ganz normal an.
„Mit all den Produkten und Möglichkeiten, die es gibt, habe ich nicht das Gefühl, dass ich mich mit Zöliakie anders fühle als andere Menschen.“
Wenn Marjan auf die vergangenen 35 Jahre zurückblickt, bleibt vor allem ein Gefühl: Dankbarkeit. Nach 35 Jahren glutenfreier Ernährung weiß sie, was sie braucht, worauf sie achten muss und vor allem, wie viel heute möglich ist.
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